Zum Vater blickst du,
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Not.
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Not.
Goethe - Faust- Der Tragödie erster Teil
Ein flinker Jung
Hat anderwarts noch Luft genung.
Er ist auch fort.
GRETCHEN:
Das ist nicht schon!
LIESCHEN:
Kriegt sie ihn, soll's ihr ubel gehn,
Das Kranzel reissen die Buben ihr,
Und Hackerling streuen wir vor die Tur!
(Ab. )
GRETCHEN: (nach Hause gehend):
Wie konnt ich sonst so tapfer schmalen,
Wenn tat ein armes Magdlein fehlen!
Wie konnt ich uber andrer Sunden
Nicht Worte gnug der Zunge finden!
Wie schien mir's schwarz, und schwarzt's noch gar,
Mir's immer doch nicht schwarz gnug war,
Und segnet mich und tat so gross,
Und bin nun selbst der Sunde bloss!
Doch- alles, was dazu mich trieb,
Gott! war so gut! ach, war so lieb!
Zwinger
In der Mauerhohle ein Andachtsbild der Mater dolorosa, Blumenkruge davor.
Gretchen steckt frische Blumen in die Kruge.
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnadig meiner Not!
Das Schwert im Herzen,
Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.
Zum Vater blickst du,
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Not.
Wer fuhlet,
Wie wuhlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weisst nur du, nur du allein!
Wohin ich immer gehe
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin, ach! kaum alleine,
Ich wein, ich wein, ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.
Die Scherben vor meinem Fenster
Betaut ich mit Tranen, ach!
Als ich am fruhen Morgen
Dir diese Blumen brach.
Schien hell in meine Kammer
Die Sonne fruh herauf,
Sass ich in allem Jammer
In meinem Bett schon auf.
Hilf! rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnadig meiner Not!
Nacht. Strasse vor Gretchens Ture
Valentin, Soldat, Gretchens Bruder.
Wenn ich so sass bei einem Gelag,
Wo mancher sich beruhmen mag,
Und die Gesellen mir den Flor
Der Magdlein laut gepriesen vor,
Mit vollem Glas das Lob verschwemmt,
Den Ellenbogen aufgestemmt,
Sass ich in meiner sichern Ruh,
Hort all dem Schwadronieren zu
Und streiche lachelnd meinen Bart
Und kriege das volle Glas zur Hand
Und sage: "Alles nach seiner Art!
Aber ist eine im ganzen Land,
Die meiner trauten Gretel gleicht,
Die meiner Schwester das Wasser reicht?
Hat anderwarts noch Luft genung.
Er ist auch fort.
GRETCHEN:
Das ist nicht schon!
LIESCHEN:
Kriegt sie ihn, soll's ihr ubel gehn,
Das Kranzel reissen die Buben ihr,
Und Hackerling streuen wir vor die Tur!
(Ab. )
GRETCHEN: (nach Hause gehend):
Wie konnt ich sonst so tapfer schmalen,
Wenn tat ein armes Magdlein fehlen!
Wie konnt ich uber andrer Sunden
Nicht Worte gnug der Zunge finden!
Wie schien mir's schwarz, und schwarzt's noch gar,
Mir's immer doch nicht schwarz gnug war,
Und segnet mich und tat so gross,
Und bin nun selbst der Sunde bloss!
Doch- alles, was dazu mich trieb,
Gott! war so gut! ach, war so lieb!
Zwinger
In der Mauerhohle ein Andachtsbild der Mater dolorosa, Blumenkruge davor.
Gretchen steckt frische Blumen in die Kruge.
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnadig meiner Not!
Das Schwert im Herzen,
Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.
Zum Vater blickst du,
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Not.
Wer fuhlet,
Wie wuhlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weisst nur du, nur du allein!
Wohin ich immer gehe
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin, ach! kaum alleine,
Ich wein, ich wein, ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.
Die Scherben vor meinem Fenster
Betaut ich mit Tranen, ach!
Als ich am fruhen Morgen
Dir diese Blumen brach.
Schien hell in meine Kammer
Die Sonne fruh herauf,
Sass ich in allem Jammer
In meinem Bett schon auf.
Hilf! rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnadig meiner Not!
Nacht. Strasse vor Gretchens Ture
Valentin, Soldat, Gretchens Bruder.
Wenn ich so sass bei einem Gelag,
Wo mancher sich beruhmen mag,
Und die Gesellen mir den Flor
Der Magdlein laut gepriesen vor,
Mit vollem Glas das Lob verschwemmt,
Den Ellenbogen aufgestemmt,
Sass ich in meiner sichern Ruh,
Hort all dem Schwadronieren zu
Und streiche lachelnd meinen Bart
Und kriege das volle Glas zur Hand
Und sage: "Alles nach seiner Art!
Aber ist eine im ganzen Land,
Die meiner trauten Gretel gleicht,
Die meiner Schwester das Wasser reicht?