Nur gebt nicht gar zu kleine Proben
Denn wenn ich judizieren soll,
Verlang ich auch das Maul recht voll.
Denn wenn ich judizieren soll,
Verlang ich auch das Maul recht voll.
Goethe - Faust- Der Tragödie erster Teil
Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.
CHORUS (jauchzend):
Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.
FROSCH:
Bravo! Bravo! Das war schon!
SIEBEL:
So soll es jedem Floh ergehn!
BRANDER:
Spitzt die Finger und packt sie fein!
ALTMAYER:
Es lebe die Freiheit! Es lebe der Wein!
MEPHISTOPHELES:
Ich tranke gern ein Glas, die Freiheit hoch zu ehren,
Wenn eure Weine nur ein bisschen besser waren.
SIEBEL:
Wir mogen das nicht wieder horen!
MEPHISTOPHELES:
Ich furchte nur, der Wirt beschweret sich;
Sonst gab ich diesen werten Gasten
Aus unserm Keller was zum besten.
SIEBEL:
Nur immer her! ich nehm's auf mich.
FROSCH:
Schafft Ihr ein gutes Glas, so wollen wir Euch loben.
Nur gebt nicht gar zu kleine Proben
Denn wenn ich judizieren soll,
Verlang ich auch das Maul recht voll.
ALTMAYER (leise):
Sie sind vom Rheine, wie ich spure.
MEPHISTOPHELES:
Schafft einen Bohrer an!
BRANDER:
Was soll mit dem geschehn? Ihr habt doch nicht die Fasser vor der Ture?
ALTMAYER:
Dahinten hat der Wirt ein Korbchen Werkzeug stehn.
MEPHISTOPHELES (nimmt den Bohrer. Zu Frosch):
Nun sagt, was wunschet Ihr zu schmecken?
FROSCH:
Wie meint Ihr das? Habt Ihr so mancherlei?
MEPHISTOPHELES:
Ich stell es einem jeden frei.
ALTMAYER (zu Frosch):
Aha! du fangst schon an, die Lippen abzulecken.
FROSCH:
Gut! wenn ich wahlen soll, so will ich Rheinwein haben.
Das Vaterland verleiht die allerbesten Gaben.