Es waren
gluckliche
Zeiten!
Goethe - Faust- Der Tragödie erster Teil
FAUST:
Ich bleibe bei dir
MARGARETE:
Geschwind! Geschwind!
Rette dein armes Kind!
Fort! immer den Weg
Am Bach hinauf,
Uber den Steg,
In den Wald hinein,
Links, wo die Planke steht,
Im Teich.
Fass es nur gleich!
Es will sich heben,
Es zappelt noch!
Rette! rette!
FAUST:
Besinne dich doch!
Nur einen Schritt, so bist du frei!
MARGARETE:
Waren wir nur den Berg vorbei!
Da sitzt meine Mutter auf einem Stein,
Es fasst mich kalt beim Schopfe!
Da sitzt meine Mutter auf einem Stein
Und wackelt mit dem Kopfe
Sie winkt nicht, sie nickt nicht, der Kopf ist ihr schwer,
Sie schlief so lange, sie wacht nicht mehr.
Sie schlief, damit wir uns freuten.
Es waren gluckliche Zeiten!
FAUST:
Hilft hier kein Flehen, hilft kein Sagen,
So wag ich's, dich hinwegzutragen.
MARGARETE:
Lass mich! Nein, ich leide keine Gewalt!
Fasse mich nicht so morderisch an!
Sonst hab ich dir ja alles zulieb getan.
FAUST:
Der Tag graut! Liebchen! Liebchen!
MARGARETE:
Tag! Ja, es wird Tag! der letzte Tag dringt herein;
Mein Hochzeittag sollt es sein!
Sag niemand, dass du schon bei Gretchen warst.
Weh meinem Kranze!
Es ist eben geschehn!
Wir werden uns wiedersehn;
Aber nicht beim Tanze.