Tritt hervor und mache den
Schluss!
Goethe - Faust- Der Tragödie erster Teil
Fur solche halbe Hollenbrut
Ist Salomonis Schlussel gut.
GEISTER (auf dem Gange):
Drinnen gefangen ist einer!
Bleibet haussen, folg ihm keiner!
Wie im Eisen der Fuchs,
Zagt ein alter Hollenluchs.
Aber gebt acht!
Schwebet hin, schwebet wider,
Auf und nieder,
Und er hat sich losgemacht.
Konnt ihr ihm nutzen,
Lasst ihn nicht sitzen!
Denn er tat uns allen
Schon viel zu Gefallen.
FAUST:
Erst zu begegnen dem Tiere,
Brauch ich den Spruch der Viere: Salamander soll gluhen,
Undene sich winden,
Sylphe verschwinden,
Kobold sich muhen. Wer sie nicht kennte
Die Elemente,
Ihre Kraft
Und Eigenschaft,
Ware kein Meister
Uber die Geister. Verschwind in Flammen,
Salamander!
Rauschend fliesse zusammen,
Undene!
Leucht in Meteoren-Schone,
Sylphe!
Bring hausliche Hulfe,
Incubus! Incubus!
Tritt hervor und mache den Schluss! Keines der Viere
Steckt in dem Tiere.
Es liegt ganz ruhig und grinst mich an;
Ich hab ihm noch nicht weh getan.
Du sollst mich horen
Starker beschworen. Bist du, Geselle
Ein Fluchtling der Holle?
So sieh dies Zeichen
Dem sie sich beugen,
Die schwarzen Scharen! Schon schwillt es auf mit borstigen Haaren.
Verworfnes Wesen!
Kannst du ihn lesen?
Den nie Entsprossnen,
Unausgesprochnen,
Durch alle Himmel Gegossnen,
Freventlich Durchstochnen? Hinter den Ofen gebannt,
Schwillt es wie ein Elefant
Den ganzen Raum fullt es an,
Es will zum Nebel zerfliessen.
Steige nicht zur Decke hinan!
Lege dich zu des Meisters Fussen!
Du siehst, dass ich nicht vergebens drohe.
Ich versenge dich mit heiliger Lohe!
Erwarte nicht
Das dreimal gluhende Licht!