Versaumst den Kessel,
versengst
die Frau!
Goethe - Faust- Der Tragödie erster Teil
Wir reden und sehn,
Wir horen und reimen-
FAUST (gegen den Spiegel):
Weh mir! ich werde schier verruckt.
MEPHISTOPHELES (auf die Tiere deutend):
Nun fangt mir an fast selbst der Kopf zu schwanken.
DIE TIERE:
Und wenn es uns gluckt,
Und wenn es sich schickt,
So sind es Gedanken!
FAUST (wie oben):
Mein Busen fangt mir an zu brennen!
Entfernen wir uns nur geschwind!
MEPHISTOPHELES (in obiger Stellung):
Nun, wenigstens muss man bekennen,
Dass es aufrichtige Poeten sind.
(Der Kessel, welchen die Katzin bisher ausser acht gelassen, fangt an
uberzulaufen, es entsteht eine grosse Flamme, welche zum Schornstein hinaus
schlagt. Die Hexe kommt durch die Flamme mit entsetzlichem Geschrei
herunter gefahren. )
DIE HEXE:
Au! Au! Au! Au!
Verdammtes Tier! verfluchte Sau!
Versaumst den Kessel, versengst die Frau!
Verfluchtes Tier!
(Faust und Mephistopheles erblickend. )
Was ist das hier?
Wer seid ihr hier?
Was wollt ihr da?
Wer schlich sich ein?
Die Feuerpein
Euch ins Gebein!
(Sie fahrt mit dem Schaumloffel in den Kessel und spritzt Flammen nach
Faust, Mephistopheles und den Tieren. Die Tiere winseln. )
MEPHISTOPHELES (welcher den Wedel, den er in der Hand halt, umkehrt und
unter die Glaser und Topfe schlagt):
Entzwei! entzwei!
Da liegt der Brei!
Da liegt das Glas!
Es ist nur Spass,
Der Takt, du Aas,
Zu deiner Melodei.
(Indem die Hexe voll Grimm und Entsetzen zurucktritt.