FAUST (wirft sich nieder):
Ein Liebender liegt dir zu Fussen,
Die Jammerknechtschaft aufzuschliessen.
Ein Liebender liegt dir zu Fussen,
Die Jammerknechtschaft aufzuschliessen.
Goethe - Faust- Der Tragödie erster Teil
Schon war ich auch, und das war mein Verderben.
Nah war der Freund, nun ist er weit;
Zerrissen liegt der Kranz, die Blumen zerstreut.
Fasse mich nicht so gewaltsam an!
Schone mich! Was hab ich dir getan?
Lass mich nicht vergebens flehen,
Hab ich dich doch mein Tage nicht gesehen!
FAUST:
Werd ich den Jammer uberstehen!
MARGARETE:
Ich bin nun ganz in deiner Macht.
Lass mich nur erst das Kind noch tranken.
Ich herzt es diese ganze Nacht;
Sie nahmen mir's, um mich zu kranken,
Und sagen nun, ich hatt es umgebracht.
Und niemals werd ich wieder froh. .
Sie singen Lieder auf mich! Es ist bos von den Leuten!
Ein altes Marchen endigt so,
Wer heisst sie's deuten?
FAUST (wirft sich nieder):
Ein Liebender liegt dir zu Fussen,
Die Jammerknechtschaft aufzuschliessen.
MARGARETE (wirft sich zu ihm):
O lass uns knien, die Heil'gen anzurufen!
Sieh! unter diesen Stufen,
Unter der Schwelle
Siedet die Holle!
Der Bose,
Mit furchtbarem Grimme,
Macht ein Getose!
FAUST (laut):
Gretchen! Gretchen!
MARGARETE (aufmerksam):
Das war des Freundes Stimme!
(Sie springt auf. Die Ketten fallen ab. )
Wo ist er? ich hab ihn rufen horen.
Ich bin frei! mir soll niemand wehren.
An seinen Hals will ich fliegen,
An seinem Busen liegen!
Er rief Gretchen!