Das zischt und quirlt, das zieht und
plappert!
Goethe - Faust- Der Tragödie erster Teil
STIMMEN (von unten):
Wir mochten gerne mit in die Hoh.
Wir waschen, und blank sind wir ganz und gar;
Aber auch ewig unfruchtbar.
BEIDE CHORE:
Es schweigt der Wind, es flieht der Stern,
Der trube Mond verbirgt sich gern.
Im Sausen spruht das Zauberchor
Viel tausend Feuerfunken hervor.
STIMME (von unten):
Halte! Haltet
STIMME (oben):
Wer ruft da aus der Felsenspalte?
STIMME (von unten):
Nehmt mich mit! Nehmt mich mit!
Ich steige schon dreihundert Jahr,
Und kann den Gipfel nicht erreichen
Ich ware gern bei meinesgleichen.
BEIDE CHORE:
Es tragt der Besen, tragt der Stock
Die Gabel tragt, es tragt der Bock
Wer heute sich nicht heben kann
Ist ewig ein verlorner Mann.
HALBHEXE (unten):
Ich tripple nach, so lange Zeit;
Wie sind die andern schon so weit!
Ich hab zu Hause keine Ruh
Und komme hier doch nicht dazu.
CHOR DER HEXEN:
Die Salbe gibt den Hexen Mut,
Ein Lumpen ist zum Segel gut
Ein gutes Schiff ist jeder Trog
Der flieget nie, der heut nicht flog.
BEIDE CHORE:
Und wenn wir um den Gipfel ziehn,
So streichet an dem Boden hin
Und deckt die Heide weit und breit
Mit eurem Schwarm der Hexenheit
(Sie lassen sich nieder. )
MEPHISTOPHELES:
Das drangt und stosst, das ruscht und klappert!
Das zischt und quirlt, das zieht und plappert!
Das leuchtet, spruht und stinkt und brennt!
Ein wahres Hexenelement!
Nur fest an mir! sonst sind wir gleich getrennt.
Wo bist du?
FAUST (in der Ferne):
Hier!
MEPHISTOPHELES:
Was! dort schon hingerissen? Da werd ich Hausrecht brauchen mussen.
Platz! Junker Voland kommt. Platz! susser Pobel, Platz!
Hier, Doktor, fasse mich! und nun in einem Satz
Lass uns aus dem Gedrang entweichen;
Es ist zu toll, sogar fur meinesgleichen.