Ist es der Sinn, der alles wirkt und
schafft?
Goethe - Faust- Der Tragödie erster Teil
Knurre nicht, Pudel!
Zu den heiligen
Tonen,
Die jetzt meine ganze Seel umfassen,
Will der tierische Laut nicht passen.
Wir sind gewohnt, dass die Menschen verhohnen,
Was sie nicht verstehn,
Dass sie vor dem Guten und Schonen,
Das ihnen oft beschwerlich ist, murren;
Will es der Hund, wie sie, beknurren?
Aber ach! schon fuhl ich, bei dem besten Willen,
Befriedigung nicht mehr aus dem Busen quillen.
Aber warum muss der Strom so bald versiegen,
Und wir wieder im Durste liegen?
Davon hab ich so viel Erfahrung.
Doch dieser Mangel lasst sich ersetzen,
Wir lernen das Uberirdische schatzen,
Wir sehnen uns nach Offenbarung,
Die nirgends wurd'ger und schoner brennt
Als in dem Neuen Testament.
Mich drangt's, den Grundtext aufzuschlagen,
Mit redlichem Gefuhl einmal
Das heilige Original
In mein geliebtes Deutsch zu ubertragen,
(Er schlagt ein Volum auf und schickt sich an. )
Geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort! "
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmoglich schatzen,
Ich muss es anders ubersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Dass deine Feder sich nicht ubereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!
Soll ich mit dir das Zimmer teilen,
Pudel, so lass das Heulen,
So lass das Bellen!
Solch einen storenden Gesellen
Mag ich nicht in der Nahe leiden.
Einer von uns beiden
Muss die Zelle meiden.
Ungern heb ich das Gastrecht auf,
Die Tur ist offen, hast freien Lauf.
Aber was muss ich sehen!
Kann das naturlich geschehen?
Ist es Schatten? ist's Wirklichkeit?
Wie wird mein Pudel lang und breit!
Er hebt sich mit Gewalt,
Das ist nicht eines Hundes Gestalt!
Welch ein Gespenst bracht ich ins Haus!
Tonen,
Die jetzt meine ganze Seel umfassen,
Will der tierische Laut nicht passen.
Wir sind gewohnt, dass die Menschen verhohnen,
Was sie nicht verstehn,
Dass sie vor dem Guten und Schonen,
Das ihnen oft beschwerlich ist, murren;
Will es der Hund, wie sie, beknurren?
Aber ach! schon fuhl ich, bei dem besten Willen,
Befriedigung nicht mehr aus dem Busen quillen.
Aber warum muss der Strom so bald versiegen,
Und wir wieder im Durste liegen?
Davon hab ich so viel Erfahrung.
Doch dieser Mangel lasst sich ersetzen,
Wir lernen das Uberirdische schatzen,
Wir sehnen uns nach Offenbarung,
Die nirgends wurd'ger und schoner brennt
Als in dem Neuen Testament.
Mich drangt's, den Grundtext aufzuschlagen,
Mit redlichem Gefuhl einmal
Das heilige Original
In mein geliebtes Deutsch zu ubertragen,
(Er schlagt ein Volum auf und schickt sich an. )
Geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort! "
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmoglich schatzen,
Ich muss es anders ubersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Dass deine Feder sich nicht ubereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!
Soll ich mit dir das Zimmer teilen,
Pudel, so lass das Heulen,
So lass das Bellen!
Solch einen storenden Gesellen
Mag ich nicht in der Nahe leiden.
Einer von uns beiden
Muss die Zelle meiden.
Ungern heb ich das Gastrecht auf,
Die Tur ist offen, hast freien Lauf.
Aber was muss ich sehen!
Kann das naturlich geschehen?
Ist es Schatten? ist's Wirklichkeit?
Wie wird mein Pudel lang und breit!
Er hebt sich mit Gewalt,
Das ist nicht eines Hundes Gestalt!
Welch ein Gespenst bracht ich ins Haus!